Die Sicherheitsschritte im Haus
Bewahren Sie Ruhe und handeln Sie in fester Reihenfolge. Zuerst vermeiden Sie jeden Funken. Schalten Sie kein Licht ein oder aus, betätigen Sie keine Schalter und keine Klingel. Ziehen Sie keine Stecker. Telefonieren Sie nicht im Haus, auch nicht mit dem Handy. Ein Funke in einer Gaswolke genügt für eine Explosion.
Entzünden Sie kein Feuer. Kerzen, Streichhölzer, Feuerzeug und Zigaretten bleiben tabu. Reißen Sie danach Fenster und Türen auf, damit sich das Gas verteilt und abzieht, und fassen Sie dabei keinen Schalter an. Ist der Gashaupthahn ohne Gefahr erreichbar, drehen Sie ihn zu. Der Hebel steht dann quer zur Leitung.
Warnen Sie alle im Haus lebenden Personen, ohne zu klingeln, etwa durch lautes Rufen und Klopfen. Kinder und Haustiere nehmen Sie mit nach draußen. Die Haustür lassen Sie beim Hinausgehen offen. Bleiben Sie draußen, in sicherem Abstand zum Gebäude, und lassen Sie niemanden zurück ins Haus gehen, auch nicht für Schlüssel oder Jacke.
Wen Sie von draußen anrufen
Erst wenn Sie ein Stück vom Haus entfernt sind, telefonieren Sie.
Der erste Anruf geht an den Entstörungsdienst Ihres Gasnetzbetreibers. Dessen Nummer steht auf der Gasrechnung und am Zähler. Sie ist am besten schon vor dem Ernstfall im Handy gespeichert. Der Netzbetreiber prüft die Leitungen bis zum Hausanschluss.
Der Heizungsnotdienst ist bei Gasgeruch nicht die erste Wahl. Er kann Gas nicht sicher messen und darf keine Leitung freigeben. Erst wenn Netzbetreiber oder Feuerwehr das Haus freigegeben haben, ist ein Heizungsbetrieb sinnvoll, falls ein Gerät beschädigt ist. Er arbeitet dann an Kessel und Hausinstallation, nicht am Netz.
Woher Gasgeruch im Haus kommen kann
- Erdgas selbst ist geruchlos.
- Der typische Geruch kommt von einem Zusatzstoff, der Lecks bemerkbar macht. Die Quelle kann eine undichte Verschraubung sein, ein alter Schlauch am Herd, ein Gaszähler, die Zuleitung zum Kessel oder das Gerät selbst. Auch Flüssiggas aus einer Flasche oder einem Tank riecht ähnlich und sinkt am Boden entlang.
- Nicht jeder Geruch ist ein Leck.
- Ein Kessel, der nach dem Stillstand startet, riecht manchmal kurz. Fäulnisgeruch aus dem Abfluss, ein Abgasgeruch vom Ofen oder ein Brandgeruch von der Pumpe täuschen Gas vor. Sicherheit geht vor Rätselraten. Im Zweifel behandeln Sie jeden Geruch wie Gas, bis eine Messung etwas anderes zeigt.
- Auch aus dem Keller kann es kommen. Dort liegt oft der Hausanschluss, und schwerere Gase sammeln sich am Boden. Gehen Sie bei Verdacht nicht in den Keller, um nachzusehen. Der Weg dorthin ist mit einem Lichtschalter verbunden. Fällt der Verdacht auf Kessel oder Therme, bleibt auch deren Verkleidung zu. Wie solche Geräte nach Frost auf Störung gehen, zeigt Brennwertkessel und Kondensatleitung bei Frost.
Nach der Entwarnung
Gehen Sie erst wieder ins Haus, wenn Netzbetreiber oder Feuerwehr es freigeben. Lüften Sie weiter gründlich. Die Anlage bleibt aus, solange niemand sie geprüft hat. Ist der Geruch verflogen, bleibt die Quelle trotzdem unbekannt. Ein Leck dichtet sich nicht von allein ab.
Läuft die Gastherme nach der Entwarnung nicht an, schildern Sie dem Heizungsbetrieb, was passiert ist. Bei einer Störung an der Gastherme kann der Fachbetrieb vermittelt werden. Wichtig sind der Zeitpunkt des Geruchs, die Freigabe und die Anzeige am Gerät. Der Betrieb prüft dann nur die Hausseite des Geräts.
Die Reihenfolge zum Einprägen
- Kein Licht, keine Schalter, keine Klingel, kein Telefon im Haus und kein offenes Feuer.
- Fenster und Türen auf, der Gashaupthahn zu, sofern der Weg dorthin ungefährlich ist, und alle Mitbewohner gewarnt.
- Haus verlassen und von draußen anrufen: Entstörungsdienst des Gasnetzbetreibers, bei starkem Geruch oder Beschwerden die 112.
- Der Heizungsnotdienst ist bei Gasgeruch nicht der erste Anruf und prüft erst nach Freigabe das Gerät.
- Zurück ins Haus geht es erst mit Freigabe durch Netzbetreiber oder Feuerwehr, die Anlage lassen Sie danach prüfen.
Fragen zu Gasgeruch im Haus
- Warum darf ich bei Gasgeruch kein Licht einschalten?
- Beim Schalten kann ein winziger Funke entstehen. Ist Gas in der Luft, kann dieser Funke es entzünden und eine Explosion auslösen. Das gilt auch für Klingel, Stecker und Handy im Haus. Darum bleiben alle elektrischen Geräte unberührt, und Sie telefonieren erst im Freien.
- Rieche ich Gas, wenn nur ein Hauch in der Luft liegt?
- Dem Gas ist ein Duftstoff beigemischt, den die Nase schon in sehr geringer Menge wahrnimmt. Das ist Absicht. Ein schwacher Geruch ist daher ein ernstes Zeichen, das Sie nicht abwarten dürfen. Draußen angekommen, wählen Sie die Störungsnummer Ihres Gasnetzbetreibers.
- Was tun, wenn ich den Gashaupthahn nicht erreiche?
- Dann lassen Sie ihn in Ruhe. Der Weg zum Hahn darf nie mit einer Gefahr verbunden sein, etwa durch einen Gang in einen verqualmten Keller. Öffnen Sie nur die Fenster, wenn Sie das auf dem Weg nach draußen tun können, und rufen Sie von dort Hilfe.
